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Veröffentlicht von       Remo Schaer

6 Tipps für ein aussagekräftiges BI-Dashboard

In einem Business Intelligence Projekt geht es in erster Linie darum, wahrheitsgetreue Daten zur Verfügung zu stellen und in einem zweiten Schritt um die Datenvisualisierung.

Ein erfolgreiches Dashboard muss auf Anhieb von einer bestimmten Zielgruppe verstanden werden – ohne zusätzliche Erklärungen. Zudem muss das Dashboard intuitiv und einfach zu navigieren sein.
 
Datenvisualisierung und Dashboard-Design sind Wissenschaften für sich. Am Anfang verliert man sich daher gerne schnell in Details und verliert Zeit mit der Suche nach der perfekten Farbe oder dem perfekten Diagramm-Typen. Um diesen Prozess für Sie zu verkürzen, haben wir 6 Tipps zusammengestellt, die Ihnen das Erstellen eines aussagekräftigen Dashboards vereinfachen.

 
Tipp 1: Passen Sie Ihr Dashboard an die Zielgruppe an

Die Frage, die immer zuerst gestellt werden sollte, lautet:

Wer schaut sich das Dashboard schlussendlich an?

 

Erfahrungsgemäss haben unterschiedliche Zielgruppen sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie ein Dashboard aussehen soll.

Zielgruppen unterscheiden sich dadurch, dass Sie sich beispielsweise auf unterschiedlichen Hierarchiestufen in einem Unternehmen befinden, unterschiedlich technisch affin sind oder einen unterschiedlichen Bildungshintergrund haben. 


Ein Dashboard – designt für eine Gruppe von Business Analysten oder für eine Gruppe von Data Scientists – kann sich daher stark unterscheiden von einem Dashboard, das für das Top-Management oder für eine Gruppe von Controllern erstellt wird.

So ist für Top-Manager eine einfache, intuitive Navigation sehr wichtig, und es müssen wenige aber aussagekräftige Diagramme mit einem hohen Aggregationsgrad (also eher Monatssicht/Wochensicht als einzelne Aufträge) vorhanden sein.
 
Im Gegensatz dazu sind im Alltag eines Controllers gerade die Details sehr wichtig. Zudem arbeiten Controller tagtäglich mit Microsoft Excel. Infolgedessen sind für einen Controller tabellarische Ansichten gewohnter als Diagramme.

Im Weiteren sind Controller in der Regel nicht sehr mobil, sondern arbeiten grundsätzlich an ihrem PC im Büro. Kriterien wie Responsive Design sind für diese Zielgruppe somit weniger wichtig als für das Top Management.
 
Grundsätzlich empfiehlt es sich, ein Dashboard pro Zielgruppe zu erstellen.
 
Die folgenden Fragestellungen und deren Antworten können Sie bei Designentscheidungen unterstützen:

  • Auf welcher Hierarchiestufe bewegt sich die Zielgruppe?

  • Welchen Job-Titel hat die Person/Zielgruppe?

  • Wie verhält sich die Zielgruppe im Arbeitsalltag?

  • Mit welchen Analyse-Tools arbeitet die entsprechende Zielgruppe bisher?

  • Ist die Zielgruppe technisch affin?

  • Welchen Bildungshintergrund hat die Zielgruppe?

  • Ist die Zielgruppe mobil? Wo nutzt die Person das Dashboard und wie greift die Zielgruppe auf das Dashboard zu?

Tipp 2: Lassen Sie den Detailgrad des Dashboards durch den Benutzer bestimmen

Je nach Zielgruppe ist der Detaillierungsgrad unterschiedlich. Top-Manager fokussieren sich oft auf übergeordnete Kennzahlen zum Unternehmen als Ganzes oder zu einzelnen Geschäftseinheiten.

Controller oder Marketing-Fachpersonen hingegen müssen für ihre Analysen auch einzelne Verkaufstransaktionen sehen können.

 

Unabhängig davon, wie viele Abstufungen Sie in Ihrem Dashboard benötigen, empfiehlt es sich grundsätzlich, dass Sie den Benutzer entscheiden lassen, wie viele Details er oder sie sehen möchte.

 
Gestalten Sie also Ihr Dashboard so, dass auf den ersten Blick nur die Gesamtsicht abgebildet wird. Geben Sie dem Benutzer aber die Möglichkeit, noch mehr Details einzusehen, wenn er oder sie dies möchte.

Tipp 3: Weniger ist mehr

Überlegen Sie sich gut, welche Kennzahlen, Diagramme und sonstige Informationen den Benutzer interessieren und vermeiden Sie alles, was für die Zielgruppe nicht relevant ist.

 
Wichtig ist primär: Die Informationen, die präsentiert werden, müssen richtig und schnell verstanden werden. Ein Dashboard sollte zwar auch optisch ansprechend sein, das Design an sich darf jedoch nicht von den bereitgestellten Visualisierungen bzw. Inhalten ablenken.

Ein schlichtes Design wird daher grundsätzlich empfohlen.

Tipp 4: Die Wahl der richtigen Visualisierungen

Die Wahl der richtigen Visualisierungen für Ihr Dashboard hängt zum einen vom Zielpublikum ab, zum anderen von dem, was Sie inhaltlich darstellen möchten.

 

Ein 3D-Flächendiagramm eignet sich vielleicht für einen Business Analysten oder einen Data Scientist. Für den durchschnittlichen C-Level-Manager ist diese Art der Darstellung aber eher ungeeignet .

 
Es gibt diverse Guidelines für Visualisierung, die vorgeben, welche Sie wann verwenden und wie diese genau aussehen sollen. Der IBCS-Standard ist ein Kommunikationsstandard, der sich diesbezüglich etabliert hat. 

Tipp 5: Erstellen Sie ein einheitliches Farbkonzept

Farben sind ein essentieller Bestandteil eines modernen Business Intelligence Dashboards. Wichtig ist aber, dass sie nicht willkürlich eingesetzt werden.

Etablierte Kommunikationsstandards wie IBCS verwenden in Dashboard grundsätzlich nur Grün, Rot und Schwarz. In der Praxis ist man in Sachen Dashboard-Designs oft etwas weniger strikt.

 
Beim Farbkonzept muss darauf geachtet werden, dass einzelne Farben über das gesamte Dashboard hinweg dasselbe darstellen. Gleiche Kennzahlen sollten daher immer durchgehend in der gleichen Farbe visualisiert werden.

 

Wird beispielsweise der Umsatz in einer Visualisierung in Blau dargestellt, sollte er auch in allen anderen Visualisierungen in Blau dargestellt werden.

Benötigt man zum aktuellen Umsatz jetzt noch den Umsatz des Vorjahres, empfiehlt es sich, den Vorjahresumsatz in derselben Farbe, jedoch mit geringerer Farbsättigung, darzustellen.

 

Die Farben Grün und Rot sollten in westlichen Ländern grundsätzlich nur für Abweichungen verwendet werden. Dabei wird Grün als positiver Zuwachs und Rot als negativer Verlust wahrgenommen.

Tipp 6: Geben Sie dem Benutzer Feedback auf seine Interaktionen

Benutzerfeedback ist ein integraler Bestandteil einer modernen Web-Applikation. Daher sollte auch in einem BI-Dashboard dem Benutzer stets klar sein, was er gerade ausgewählt hat.

 

Es ist wichtig, dass ihm dies auch klar ist, wenn er oder sie in einen anderen Teil des Dashboards navigiert. Dadurch wird sichergestellt, dass der Benutzer sich jederzeit bewusst ist, wie die Daten, die ihm zurzeit angezeigt werden, eingegrenzt sind.

 

Grundsätzlich empfiehlt es sich bei Dashboards, die mehr als eine Seite beinhalten, immer auch eine seitenübergreifende Selektionsleiste miteinzubauen. 

Fazit

Mit einem sorgfältig konzipierten Design, das die wichtigsten Regeln für eine sinnvolle Visualisierung beachtet, schaffen Sie für jede Benutzergruppe Dashboards, in denen alle zentralen Aussagen schnell und einfach verständlich dargestellt werden.

 

Die durchdachte Datenvisualisierung leistet einen wichtigen Beitrag für das effiziente Arbeiten – über alle Hierarchieebenen hinweg. Auch so geht Business Intelligence!

 

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Remo Schaer

Remo Schaer

Remo Schaer hat einen M.Sc. in Technologie Management von der Universität Lausanne/EPFL und hat ein fein abgestimmtes Gespür für Lösungen, die von allen Fachbereichen sehr geschätzt werden. Speziell mag er knifflige Aufgabenstellungen und überrascht mit effizienten Lösungen.

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