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Veröffentlicht von       Marc Kaiser

Qlik Sense: Lokal oder Cloud?

Sie stehen vor der Entscheidung, ob Sie Qlik lokal oder in der Qlik SaaS / Cloud nutzen wollen? Dann erhalten Sie hier Ihre Entscheidungshilfe.

 

Immer mehr Business-Applikationen werden in der Cloud betrieben. Der Ansatz verspricht Agilität, schnellere Verfügbarkeit, geringere Infrastrukturkosten und weniger Betriebsaufwand. Die SaaS-Edition von Qlik Sense adressiert genau diese Themen.

Wer vor dem Entscheid steht, Qlik entweder via SaaS oder doch herkömmlich, also On-Premise, zu betreiben, hat oft weiteren Informationsbedarf, der über die eigentliche Frage – also die Wahl des optimalen Betriebsmodells für den konkreten Anwendungsfall – hinausgeht.


In diesem Beitrag bieten wir eine faktenbasierte Entscheidungshilfe und diskutieren alle Themen, die für die Wahl des Betriebsmodells relevant sind. Der Text richtet sich sowohl an Entscheider und Anwender, als auch an weitere Stakeholder, z. B. den internen Datensicherheits-Verantwortlichen.

Sie erfahren zum einen, was die wichtigsten Unterschiede zwischen Qlik Sense On-Premise und Qlik Sense SaaS sind. Zum anderen werden Themen und Fragestellungen diskutiert, die beim Einsatz von Qlik SaaS zu beachten sind.

Qlik SaaS vs. Qlik Client Managed. Alle relevanten Unterschiede auf einen Blick!

Entscheidungshilfe - Qlik lokal oder in der Cloud

 

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Cloud-First

Qlik hat die im Mai 2019 angekündigte Strategie konsequent umgesetzt: Neue Qlik Sense-Funktionen werden bereits seit einiger Zeit zuerst in der SaaS-Lösung publiziert und werden erst im zweiten Schritt in die lokale Version (Qlik Sense Enterprise for Windows) integriert. Das beeinflusst auch den Release-Zyklus:

Während in der SaaS-Umgebung neue Features laufend implementiert werden, stellt Qlik für die On-Premise Lösung fünf Mal jährlich neue Versionen zur Verfügung.


Zudem wird es in Zukunft zwei weitere Unterschiede zwischen der SaaS- und der On-Premise-Lösung von Qlik Sense geben:

 

  1. Funktionsumfang: Nicht mehr alle SaaS-Funktionen werden auch On-Premise vorhanden sein. Somit wird die SaaS-Version von Qlik Sense mehr und teilweise andere Funktionen aufweisen als die On-Premise-Version.
  2. Lizenzkosten: Neue Funktionen werden künftig tendenziell in den normalen SaaS-Lizenzgebühren enthalten sein. Für die On-Premise-Version dagegen sind Zusatzkosten für sog. Add-on-Produkte zu erwarten, die jeweils separat installiert werden müssen. Aktuell gilt das bspw. für Qlik Catalog sowie Qlik Alerting.


Für die SaaS-Version von Qlik Sense sprechen die schnellere Verfügbarkeit neuer Funktionen, keine bzw. weniger Zusatzkosten für neue Features und natürlich der Wegfall von Betriebs- und Unterhaltskosten. Für die On-Premise-Version von Qlik Sense spricht insbesondere die Möglichkeit, höchst individuelle Anforderungen abzubilden, vom Datenbezug bis hin zu sehr spezifischen Regeln.

 

 

Die Funktionsunterschiede zwischen SaaS und On-Premise

Die Unterschiede manifestieren sich insbesondere in drei Bereichen:

  • Der Qlik Sense Hub ist für Endanwender der zentrale Ausgangsort für die Analyse. Hier kann er Apps aufrufen und mit dem Analyseprozess beginnen. Während die Grundfunktionalität die gleiche ist, unterscheidet sich die Handhabung des Hubs in beiden Betriebsmodellen deutlich: Dies betrifft sowohl die Hub-Navigation und die Begrifflichkeiten (On-Premise-Streams werden in SaaS Spaces bzw. Bereiche genannt), als auch das Hub-Bedienkonzept. Insbesondere zu erwähnen ist die Möglichkeit, in SaaS Objekte (Auswertungen, Visualisierungen) an den Hub zu schicken und aus unterschiedlichen Apps eine Gesamtsicht von Kennzahlen und Analysen zu erhalten, was so in Qlik Sense On-Premise nicht möglich ist.
  • In der Qlik Sense Managementkonsole (QMC) wird On-Premise die Qlik Sense Instanz verwaltet und konfiguriert: Von Datenverbindungen über das Benutzer- und Lizenzmanagement bis hin zur Konfiguration von komplexen Security-Rules. Auch in der SaaS-Version existiert eine Management-Konsole, deren Funktionsumfang jedoch deutlich abgespeckt ist.
  • Der Qlik Sense Client ist im Kern bei beiden Betriebsmodellen gleich. Wie oben erwähnt enthält er in der SaaS-Version allerdings teilweise neuere und umfangreichere (Zusatz-) Funktionen.


Für die SaaS-Version sprechen die einfachere Konfiguration (QMC) und der umfangreichere Qlik Sense Client. Für Qlik On-Premise sprechen die individuelleren Möglichkeiten, eine Qlik Sense Instanz zu konfigurieren.

Neue Feature-Sets / neue Add-on-Software

Regelmässig stellt Qlik neue Sets von Features oder Add-on-Software zur Verfügung, so bspw. Qlik Alerting oder den Qlik Data Catalog. Seit dem September 2020 Release hat Qlik wie gesagt damit begonnen, Features als SaaS-only zur Verfügung zu stellen, d. h. gewisse Funktionen gibt es ausschliesslich in der SaaS-Version.

 

In der On-Prem-Version besteht manchmal die Möglichkeit, diese Feature-Sets durch Add-on-Software zu ergänzen, was in der Regel zusätzliche Lizenzkosten zur Folge hat. Während also die Alerting-Funktionen sowie Catalog-Fähigkeiten in SaaS verfügbar und in den normalen Lizenzkosten von Qlik Sense enthalten sind, müssen diese in der On-Prem-Version nicht nur zusätzlich installiert, sondern auch noch zusätzlich lizenziert werden.

 

Für das On-Premise Qlik Alerting ist hier bspw. mit mehreren zehntausend Franken pro Jahr zu rechnen. Andererseits stehen in der Add-on-Software oft auch mehr Funktionen zur Verfügung als in der SaaS-Version.

Wer also neue Features direkt und ohne Zusatzkosten nutzen will, tendiert zu SaaS.

Betrieb und Infrastruktur

Der wohl grösste Mehrwert einer SaaS-Nutzung ist der vollständige Wegfall herkömmlicher Betriebskosten: keine Server-Hardware-Kosten bzw. keine monatlichen Kosten für den Betrieb eines virtuellen Servers, keine Inbetriebnahme der Server-Infrastruktur, kein Installationsaufwand, keine Betriebssystemkosten (bspw. Windows-Server), Wegfall der Aufwände von Netzwerk-Administratoren für den Betrieb der lokalen Infrastruktur, keine sonstigen Aufwände wie Firewall-Konfigurationen, Backup-Szenarien, Zertifikate oder Antiviren-Software.

 

In der SaaS-Umgebung übernimmt Qlik den kompletten Betrieb: von der Bereitstellung von Serverkapazitäten über die Möglichkeit zu unbegrenzten Speicherplatz-Upgrades bis hin zu einer unbegrenzten Anzahl von Qlik-Apps.


Aufwände entstehen primär beim Aufsetzen des Cloud-Tenants (wenige Minuten) sowie bei der allfälligen Konfiguration einer Single-Sign-on-Lösung. Mit Ausnahme dieses letzten Punktes können Fachbereiche die Qlik-Software unabhängig von IT-Experten selbständig in Betrieb nehmen und nutzen.

Wer besonderen Wert darauf legt, die Betriebskosten gegen 0 zu reduzieren, der entscheidet sich für die SaaS-Version.

Authentisierung

Ein überwiegender Anteil der Unternehmen nutzt Windows Active Directory für die Authentisierung in Qlik Sense. Der Windows AD-Connector ist in der Standard-On-Premise-Version enthalten und so ist es in der Regel eine Sache von nur wenigen Minuten, bis die Benutzer aus dem Windows-AD in Qlik Sense zur Verfügung stehen.


In Qlik SaaS hingegen sind mehr Abklärungen notwendig: So stellt die SaaS-Version mehrere Protokolle zur Verfügung, die für Authentisierungs-Lösungen genutzt werden können. Konkret kann bspw. Qlik Sense mit der Qlik-ID, OKTA, AUTH0, oder ADFS als Identity Provider betrieben werden.

 

Wer also bisher ausschliesslich Windows AD als Identity Provider nutzt und noch keine Erfahrung mit Cloud-basierten IdPs bzw. der Nutzung von ADFS hat, sollte hier im Vorfeld alles Nötige abklären und sowohl konzeptionell wie technisch definieren, welche Authentisierungs-Lösung für die Nutzung von Qlik SaaS eingesetzt werden soll.

Während also die Anbindung von Windows AD an Qlik Sense On-Premise ein Klacks ist, benötigt das Authentisierungs-Thema für Qlik SaaS etwas mehr Aufmerksamkeit.

Datenspeicherung: lokal vs. Cloud

Beim On-Premise-Betrieb von Qlik Sense steht dieses Thema kaum auf der Agenda, da die Daten in der Regel im lokalen Netzwerk verbleiben.


Bei der Nutzung von Qlik SaaS hingegen werden die Daten in den meisten Fällen in der Qlik Cloud gespeichert. Daraus entstehen natürlich verschiedene Fragen: Wer hat Zugriff auf diese Daten? Wie sehen die Datenschutzkonzepte aus? Welche Rechte hat Qlik und welche Amazon?


Amazon, bzw. konkret: Amazon Web Services (AWS), kommt hier als ins Spiel, weil Qlik die AWS-Dienste nutzt, um Qlik zu betreiben. D. h. AWS ist der Infrastruktur-Partner der Qlik-Cloud. Davon bekommen allerdings weder die Anwender noch die Qlik SaaS-Administratoren etwas mit, da die AWS-Betriebsplattform ganz im Hintergrund verbleibt.


Eine umfassende Diskussion der involvierten Datenschutzthemen würde den Umfang dieses Beitrags übersteigen: Bitte kontaktieren Sie mich bei entsprechenden Fragen daher direkt – ich stelle Ihnen gern die notwendigen Informationen zur Verfügung.

In Unternehmen, die bereits Cloud-Infrastrukturen bzw. -Dienste wie AWS, Microsoft Azure, Google Cloud oder andere nutzen, wurden viele grundsätzliche Abklärungen bereits vorgenommen, so dass die entsprechenden Themen dem Management sowie den Sicherheits-Verantwortlichen bekannt sind.


Unternehmen, deren Datenverarbeitung vor allem inhouse erfolgt, sollten diesem Thema grössere Aufmerksamkeit schenken. Oft geht es primär darum, Informationen zu beschaffen und die relevanten Personen im Unternehmen mit ins Boot zu holen.

 

In bestimmten Fällen kann dies durchaus eine etwas längere Durchlaufzeit in Anspruch nehmen, was den Grundsatzentscheid, ob jetzt Qlik SaaS eingesetzt werden soll (darf) oder der Betrieb doch On-Premise stattfinden soll, ggf. beeinflussen kann.

Neue Software-Versionen

Für Qlik Sense wird alle zehn Wochen eine neue Version publiziert. Zusätzlich stellt Qlik u. U. mehrere Service Releases pro Version zur Verfügung. Dies gilt für beide Umgebungen – SaaS und On-Premise. Der grosse Unterschied:

 

  • In SaaS stehen die neuen Versionen direkt zur Verfügung, ohne dass der Kunde eingreifen muss. Neue Funktionen werden nicht auf einen Schlag, sondern oft kontinuierlich dazu geschaltet.
  • In der On-Premise-Version ist es am Kunden (insb. an dessen IT und Fachabteilungen), neue Versionen zu installieren und ggf. vorher zu testen. Je mehr Versionen übersprungen werden, desto umfangreicher die Änderungen, was ggf. auch mit Schulungsaufwand bei den Endanwendern verbunden ist.


Wer den Aufwand rings um die Installation neuer Versionen vermeiden will, der entscheidet sich für die SaaS-Lösung.

QlikView und Qlik Sense

Dieser Punkt ist primär für Unternehmen relevant, die aktuell QlikView einsetzen und vor dem Wechsel zu Qlik Sense stehen. In der Regel wird die QlikView-Instanz On-Premise betrieben. Wenn für Qlik Sense als SaaS-Version genutzt werden soll, stellt sich die Frage, wie den Anwendern ein möglichst einheitlicher Zugang zu den Qlik-Apps verschafft werden kann.

Hier besteht die Möglichkeit, QlikView-Apps via QlikView Publisher direkt an die Qlik Cloud zu schicken. Den Anwendern wird so ein gemeinsamer Hub zur Verfügung gestellt, in welchem der Nutzer sowohl Qlik Sense als auch die QlikView-Apps öffnen kann. Indirekt stehen so auch QlikView-Apps in der Cloud zur Verfügung.

Test-Umgebungen

Für Qlik Sense On-Premise können mit separaten Test- bzw. Entwicklungs-Lizenzen dedizierte Umgebungen aufgebaut werden. In Qlik Sense SaaS werden solche Szenarien organisatorisch abgebildet, über die Funktionen der «Spaces». Das heisst, dass in der SaaS-Version zurzeit keine von einer produktiven Instanz komplett getrennten Test-Instanzen existieren.

Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile: Die getrennte Architektur in Qlik Sense On-Premise erlaubt komplett unabhängige Test-Prozesse, inkl. Testdaten, so dass Tests den produktiven Betrieb nicht stören. Zugleich ist es oft so, dass auch in Test-Umgebungen mit produktiven Daten gearbeitet werden soll, d. h. sowohl die produktive wie auch die Test-Umgebung greifen auf denselben Datenbestand zu. Diesem Umstand wird Qlik SaaS besser gerecht, wobei hier die dafür notwendigen organisatorischen Prozesse zu berücksichtigen sind.

Applikations-Support

Wenn die Qlik-Lizenzen für On-Premise-Software über einen Partner beschafft werden, erfolgt im herkömmlichen Modell in der Regel auch der 1st-Level-Support via Partner. Dies bedeutet, dass der Partner Software-Fehler aufnimmt und diese mit dem Qlik-Support koordiniert. Umgekehrt erfolgt die Kommunikation von Qlik meistens via Partner zum Kunden.

In Qlik SaaS dagegen wird der Applikations-Support immer direkt von Qlik erbracht. Fehlermeldungen sind vom Kunden daher direkt via Support-Portal an den Qlik-Support zu melden, der sich im Anschluss direkt mit dem Kunden um eine Problemlösung bemüht.

App-Grösse

In Qlik Sense On-Premise ist weder die Anzahl der Qlik Sense Applikationen noch deren Grösse limitiert. Praktische Beschränkungen werden in der Regel nur durch die Hardware bzw. die Verfügbarkeit von RAM und Speicherplatz definiert.

In Qlik Sense SaaS ist die Anzahl der Qlik Sense Apps unlimitiert, deren Grösse hingegen ist begrenzt: Die im RAM gemessene Dateigrösse darf das Limit von 5 GB nicht überschreiten. Dabei besteht jedoch die Möglichkeit, zusätzliche (kostenpflichtige) Qlik SaaS Optionen dazu zu buchen: So können auch Dateien mit einer Grösse von mehr als 5 GB im RAM verarbeitet werden, allerdings ist dann die Anzahl der Apps limitiert.

Qlik NPrinting

Mit der Add-on-Software Qlik NPrinting werden Standardberichte im PDF- oder Excel-Format erstellt und automatisiert an interne oder externe Empfänger verteilt, bspw. via E-Mail. Diese Add-on-Software bleibt der On-Premise-Version vorbehalten und wird den Weg nach SaaS wohl auch nicht schaffen.


In SaaS plant Qlik stattdessen die Implementierung eines Feature-Sets mit der aktuellen Bezeichnung «Enterprise Reporting», mit dem Reports erstellt und bspw. via Office365 verschickt werden können. Zum aktuellen Zeitpunkt (Februar 2021) sind weder die konkreten Features noch ein Release-Datum bekannt.

Wer also zum aktuellen Zeitpunkt den Anwendungsfall «Standard-Reporting» abdecken möchte, dem bleibt nur die On-Premise-Variante. Eine Alternative bietet die Hybrid-Version: Qlik Sense Backend sowie Qlik NPrinting werden lokal betrieben, für das Qlik Sense Frontend wird die Cloud genutzt.

Lizenzkosten

Während die Lizenzmodelle von SaaS und On-Premise strukturell nahezu identisch sind, unterscheiden sie sich in der Preisgestaltung: Für beide Betriebsmodelle sind Qlik Sense Professional, Analyzer oder Analyzer Capacity-Lizenzen erhältlich. Preislich unterscheiden sie sich um ca. 10%, Qlik verlangt für den Betrieb von (einer unlimitierten Anzahl Apps) in Qlik Sense SaaS pro Tenant ca. 10%. Konkret:

 

  • Kleine Umgebung, 5 User: SaaS-Mehrkosten von CHF 300
  • Umgebung mit 50 Usern: SaaS-Mehrkosten von CHF 3’000
  • Umgebung mit 100 Usern: SaaS-Mehrkosten von CHF 6’000


In der Konsequenz bedeutet dies, dass bei einer reinen Kostenüberlegung die SaaS-Variante deutlich im Vorteil ist: Wer kann schon einen lokalen Server für 100 User für CHF 6’000 pro Jahr betreiben, inkl. Hardware, Infrastruktur, Betriebssystem-Updates, Qlik-Updates und Monitoring durch einem (internen) System-Administrator?

Qlik Mobile App

Für Qlik On-Premise steht eine App für mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets zur Verfügung.


Qlik SaaS hingegen kann aktuell (Februar 2021) nur via Browser genutzt werden. Allerdings ist eine SaaS-fähige Mobile-App bereits auf der Roadmap und wird in der ersten Jahreshälfte 2021 erwartet.


Die Qlik Sense Mobile App bietet den Endanwendern nahezu das gleiche Look & Feel wie am Desktop, inkl. Navigationskonzept und Responsive Design. Zudem umfasst die Qlik Sense Mobile App zusätzliche Funktionen, wie bspw. den Download von Qlik Sense Apps für die Offline-Nutzung.

Grundsätzlich steht also der mobilen Nutzung von Qlik Sense via SaaS nichts im Wege. Wer aber einen Anwendungsfall abbilden will, der die Offline-Nutzung voraussetzt, wird aktuell eher zur On-Premise-Version von Qlik Sense tendieren – oder warten, bis die Mobile App auch für SaaS zur Verfügung steht.

Lokale Daten

Wenn die mit Qlik Sense zu verarbeitenden Quelldaten primär lokal gespeichert sind, ist die Datenintegration mit der On-Premise-Version in der Regel ein Kinderspiel: Mit den zahlreichen Qlik Connectoren lassen sich nahezu alle lokalen oder Cloud-Datenquellen anbinden.


Beim Einsatz von Qlik SaaS stellt sich die Herausforderung, wie lokale Daten in die Qlik Cloud transferiert werden können: Hier kommt der Qlik DataTransfer ins Spiel (mehr dazu in diesem Hands-on-Video unseres Experten Stefan Okle https://www.heyde.ch/qcircle/qlik-data-transfer-in-aktion ).

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Die erste, im November 2020 publizierte Version von Qlik DataTransfer hat bis zum Jahresende 2020 bereits erste Funktionserweiterungen erhalten. Grundsätzlich können mittels Qlik DataTransfer nahezu beliebige lokale Datenquellen angebunden werden; allerdings sind individuelle Datenabfrage-Funktionen aktuell noch limitiert und der Prozess des Hochladens findet derzeit noch in einem engen Korsett statt. Mit Blick auf die Roadmap sind mehrere erweiterte Funktionen in den nächsten Versionen zu erwarten, so dass der Datenbezug sowie die Interaktion mit Qlik SaaS künftig individueller und flexibler gehandhabt werden kann.


Die aktuellen Einschränkungen betreffen insbesondere folgende Bereiche: Es werden alle Dateien in einem Ordner kopiert, man kann keine Ausnahmen definieren. Einmal in die Cloud hochgeladen, müssen sie ggf. manuell gelöscht werden. Die Hochlade-Tasks lassen sich nicht verknüpfen (starte Task 2, wenn Task 1 fertig ist, etc.).

In diesem Sinne lässt sich zusammenfassen: Die Basis-Funktionen für die Nutzung lokaler Daten in Qlik SaaS sind vorhanden, individuelle Anforderungen dagegen löst man zurzeit idealerweise noch in der Datenquelle bzw. in einem Zwischenschritt vor dem Qlik DataTransfer.

Aktualisierungs-Jobs

In Qlik Sense On-Premise lassen sich beliebig viele Tasks konfigurieren, um bspw. eine Qlik Sense Anwendung zu aktualisieren. Diese Tasks werden in der Management-Konsole konfiguriert und können verkettet werden. So wird in der Regel mit dem Datenextrakt aus einer Datenquellen begonnen. Ist dieser Task erfolgreich beendet, wird der zweite Task angestossen usw.

Auch in Qlik SaaS können zwar beliebig viele Tasks konfiguriert werden, jedoch fehlt hier aktuell die Möglichkeit, eine Verkettung zu konfigurieren. Das verursacht mehr Aufwand und ist in der Tendenz unübersichtlich. Die Funktion der Task-Verkettung ist gemäss Qlik auf der Roadmap, ein Release-Zeitpunkt jedoch noch nicht bekannt.

Alternativ kann dieses fehlende Feature mit einem individuellen Ansatz ergänzt werden. Damit lassen sich auch in Qlik SaaS verkettete Jobs konfigurieren. Wer Interesse daran hat, meldet sich am besten direkt unter diese E-Mail-Adresse.

Extensions

Mit Extensions werden zusätzliche Funktionen in Qlik Sense aufgeschaltet, die im Standard nicht vorhanden sind. Typische Beispiele sind zusätzliche Chart-Typen oder die Möglichkeit, auch Daten zu erfassen und in eine Datenbank zurückzuschreiben, bspw. für Budgetierungs-Prozesse.

Während in einer Qlik Sense On-Premise Version beliebige Extensions installiert werden können, erlaubt die SaaS-Lösung nur ausgewählte Extensions. Diese haben einen Zertifizierungsprozess bei Qlik zu durchlaufen und müssen daher bestimmte Kriterien erfüllen. Noch lange nicht jede Extension erfüllt diese Kriterien, weshalb der Einsatz von Extensions in der SaaS-Lösung aktuell eher eingeschränkt ist.


Allerdings gilt zu bedenken: Auch, wenn lokal alle Extensions erlaubt sind, sollte gut überlegt sein, welche man in sein Netzwerk lässt. Denn so manche Extension hat Qualitätsprobleme oder auch Kompatibilitäts-Schwierigkeiten bei neuen Qlik Sense-Versionen.

In dieser Hinsicht hat SaaS also aufgrund der restriktiven Handhabung von Extensions einen kleinen Nachteil gegenüber der On-Premise Variante. Die wichtigsten Extensions, bspw. für erweiterte Visualisierungen oder Writeback, stehen jedoch auch im SaaS-Modell zur Verfügung.

Berechtigungen

In Qlik SaaS existieren Berechtigungsregeln, die jedoch in einem Bereich weniger ausgeprägt sind als in der On-Premise-Version. Das hängt damit zusammen, dass in Qlik generell zwei Berechtigungstypen unterschieden werden:

 

  1. Wer darf überhaupt welche Apps / Daten sehen?
  2. Wer darf innerhalb einer App welche Daten sehen?


Der Punkt 2 nennt sich in Qlik «SectionAccess» und entspricht dem Row-Level-Security-Prinzip: Pro Benutzer (-Gruppe) wird definiert, auf welche Daten zugegriffen werden darf. Typisches Beispiel: Die Finanz-App soll an mehrere Kostenstellenleiter ausgerollt werden, wobei die Leiter jeweils nur bestimmte Kostenstellen sehen dürfen. Diese Funktion steht sowohl On-Premise wie auch in SaaS zur Verfügung.

Bei Punkt 1 wiederum kommen die sog. Security-Rules zum Zuge. Dieses Regelwerk ermöglicht in Qlik Sense On-Premise eine ausgeklügelte und sehr differenzierte Berechtigungssteuerung, inkl. automatisierten Lizenzzuweisungen u. ä. So umfangreich die Möglichkeiten, so komplex die Implementierung – hier braucht es umfangreiche Schulungen und ein gutes Verständnis der Qlik-Objekt-Architektur, um sattelfest zu werden. Bei Qlik SaaS wurde die Berechtigungssteuerung fundamental vereinfacht, was aktuell dazu führt, dass viele On-Premise-Möglichkeiten leider (noch) nicht zur Verfügung stehen.

Ein Unternehmen mit hohen Ansprüchen an differenzierte Berechtigungslogiken für Endanwender hat mit der On-Premise Version also aktuell mehr Möglichkeiten als mit SaaS.

Fazit

Was ist nun besser: Qlik lokal zu betreiben oder das SaaS-Angebot nutzen? Am Ende hängt es davon ab, wie Sie die obigen Punkte bewerten, d.h. welche Kriterien für Ihr Vorhaben bzw. Ihr Unternehmen relevant sind. Als generelle Empfehlung spricht:

  • pro Qlik SaaS: Wenn die die Kosten und der Funktionsumfang im Vordergrund stehen
  • pro Qlik lokal: Wenn Sie möglichst jedes Detail Ihrer Qlik Sense Instanz individuell konfiguruieren möchten

 

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Marc Kaiser

Marc Kaiser

Als Betriebsökonom und BI-Spezialist garantiert Marc Kaiser den Miteinbezug aller relevanten Zusammenhänge. Dank seiner langjährigen Erfahrung im Bereich Business-Applikationen besitzt er die wertvolle Fähigkeit, auch komplexeste Kundenanforderungen in griffige Lösungen umzusetzen. Kunden und Mitarbeitende schätzen seine ausserordentliche Fähigkeit zuzuhören und seine systematische und analytische Art, Probleme in Lösungen zu überführen.

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